Dem Leitthema der Internationalen Bauausstellung „IBA Stadtumbau 2010“ folgend, haben Architekturstudenten aus ganz Deutschland im Rahmen des diesjährigen Xella Ideenwettbewerbs einen Ort entworfen, der die Qualitäten eines Wohngebäudeensembles im städtebaulichen Kontext mit einem attraktivem touristischen Konzept für eine Flußkreuzfahrt-Anlegestelle an der Elbe verbindet. Jetzt wurden im Foyer der Georg-Simon-Ohm-Hochschule in Nürnberg die Auszeichnungen für die Gewinner der regionalen Vorentscheidung Süd vergeben. Besonders erfolgreich waren Studierende der Hochschule Würzburg-Schweinfurt, der Uni Kassel, der Hochschulen Wiesbaden und Coburg. An sie gingen die ersten drei Preise und drei Ankäufe. Außerdem wurden drei Anerkennungen und eine Lobende Erwähnung vergeben.
Schon der Titel der Auslobungsbroschüre „Dock In Magdeburg – Leben an und mit der Elbe“ gab den teilnehmenden Studenten den deutlichen Hinweis, dass es im Wettbewerb um ein weit komplexeres Thema als nur um den Entwurf eines Mehrgenerationenhauses geht. Im Rahmen der vom Bundesland Sachsen-Anhalt geplanten Internationalen Bauausstellung „IBA Stadtumbau 2010“ sollte auf einem konkreten Grundstück im Winterhafen auf der Magdeburger Elbinsel ein Ort der Begegnung geplant werden, der städtebauliche Entwicklung, Wohnungsbau und touristische Anforderungen harmonisch vereint. Als Kernstück sollte ein am Wasser gelegener drei- bis fünfstöckiger Wohnkomplex mit seinen öffentlichen Einrichtungen für Bewohner und Besucher gleichermaßen einen attraktiven Treffpunkt für sportliche Aktivitäten, Kultur und Unterhaltung bieten. Dazu gehört auch der Entwurf einer Bootsanlegestelle für zukünftig geplante Flusskreuzfahrten, die sich auf lange Sicht auf die gesamte Elbe erstrecken und den Reiz des Urstromtales und die ufernahen Attraktionen auf bequeme Weise erlebbar machen sollen. Nicht zwingend vorgegeben, aber erwünscht, war in diesem Planungskontext auch der Entwurf eines neuartigen Schiffstyps für mehrtägige Elbschifffahrten.
Brückenschlag von der Lehre zur Praxis
An die Studenten stellte die vielschichtige Wettbewerbsaufgabe komplexe Anforderungen in Sachen Konstruktion, Architektur und Städteplanung. Der jährlich durchgeführte und mit 30.000 Euro dotierte Ideenwettbewerb von Xella ist für die Teilnehmer eine willkommene Gelegenheit, ihr Können unter realen Wettbewerbsbedingungen zu messen. Viele Professoren ließen das Thema als Diplomarbeit zu. Ca. 250 Studenten haben das Thema als Semesterarbeit in Angriff genommen, einige haben mit dieser Arbeit den Bachelor-Abschluss erreicht. An der zweiten Regionalentscheidung beteiligten sich 67, teilweise im Team arbeitende Studenten, von 14 Hochschulen. 49 Arbeiten waren zur Bewertung in Nürnberg ausgestellt.
Neue Impulse für urbanes Leben am Fluss
Entscheidend für die Auswahl der prämierten Arbeiten durch das unabhängige aus Professoren, Architekten und Ingenieuren bestehende Preisgericht war letztlich die überzeugende Idee und die schlüssige Umsetzung. Andreas Michel von der Hochschule Würzburg-Schweinfurt greift mit seinem Entwurf, den die Jury mit dem ersten Preis auszeichnete, die Thematik „Leben an und mit der Elbe“ vorbildhaft auf. Wie ein roter Faden ziehen sich Elemente der Schifffahrt durch seine Arbeit und machen in allen Bereichen die Beziehung zum Wasser deutlich erlebbar. Gebäude, machen wie Schiffe am Hafen fest und die Grundrisse der Wohnungen finden ihre Vorbilder im Yachtbau. Der zweite Preis ging an Claudio Balluff, ebenfalls Student der Hochschule Würzburg-Schweinfurt. Er gruppiert vier verschieden große Baukörper um einen offenen Innenhof und schafft damit ein kommunikatives Miteinander der Bewohner und schützende Spielfläche für die Kinder. Die öffentliche Freifläche mit Schwimmbecken, Strandcafe und Bootsanlegestelle verlagert er vor das Gebäude in die Elbe. Betreut wurden beide Preisträger von der Professorin Dorothea Voitländer. Den dritten Preis erhielt Johannes Hartmann von der Uni Kassel. Er begeisterte die Jury mit einer „poetischen“ Arbeit, die nach den eigentlichen Qualitäten des Wohnens auf und mit dem Wasser sucht und Lösungen im „Zwischenraum“ findet. Entsprechend setzt er sein Gebäude ins „Schwemmland“, also genau zwischen Ufer und Wasser. Dazu entwickelt er verschiedene Ebenen, die sich auffalten und Freiräume mit hoher Wohn- und Lebensqualität schaffen. Betreut wurde Johannes Hartmann von den Professoren Georg Augustin und Manfred Grohmann.
Drei weitere Arbeiten wurden mit Ankäufen ausgezeichnet. Dabei waren das Studententeam Liane Bowian und Costa Krautwald, HS Wiesbaden, betreut von Professor Dieter Müller, Tobias Menzl, HS Coburg, betreut von Professor Rolf Gebhardt und Babak Zarsazegar, Uni Kassel, betreut von Professor Georg Augustin, erfolgreich. Anerkennungen wurden an Jeremias Gebler, HS Augsburg, betreut von Professor Georg Sahner sowie Markus Reher und Ana Karaca, beide TU München, betreut von Professor Hermann Kaufmann, vergeben. Ebenfalls an die TU München ging eine Lobende Erwähnung an Franziskus Martin, der von der Dozentin Anne Niemann betreut wurde.
Bundeswettbewerb im Herbst 2009
Die Preisträger und Ankäufe der ersten und zweiten Regionalentscheidung haben sich zusammen mit den Siegern des dritten regionalen Wettbewerbs, die in den nächsten Wochen noch ermittelt werden, zur Teilnahme am Bundeswettbewerb qualifiziert, der am 29. Oktober 2009im MDR Landesfunkhaus Sachsen-Anhalt in Magdeburg veranstaltet wird.
Der Auslober des Wettbewerbes, die Duisburger Xella Deutschland GmbH, ist mit Produktmarken wie Ytong Porenbeton und Silka Kalksandstein einer der international führenden Baustoffhersteller.
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Siegerfoto Nürnberg
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Xella Studentenwettbewerb Region Süd
Hintere Reihe von links nach rechts:
Prof. Hartmut Fuchs (Mitglied der Jury), Andreas Michel (1. Preis - Hochschule Würzburg-Schweinfurt); Claudio Balluff (2. Preis - Hochschule Würzburg-Schweinfurt); Johannes Hartmann (3. Preis - Uni Kassel); Petra von Livonius, Paul Dimitz (Xella)
Untere Reihe von links nach rechts:
Thomas Menzl (Ankauf - Hochschule Coburg); Babak Zarsazegar (Ankauf - Uni Kassel); Liane Bowien u. Costa Krautwald (Ankauf - Hochschule Wiesbadeb)
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